DIE WIRKUNGSWEISE DES PELVICENTERs

Die dem Medizinprodukt PELVICENTER zugrunde liegende Technologie ist die so genannte Q-rPMS®. Der Terminus steht für „repetive periphere Muskelstimulation“. Als eine andere Bezeichnung ist auch der Begriff der „extrakorporalen Magnetstimulation“ bekannt.

Ein in der Sitzfläche eingebettetes Stimulationssystem, gebildet aus Magnetspulen und der zugehörenden Elektronik, erzeugt repetitive und kurze Magnetfeldimpulse von 200 bis 500 μs Dauer und einer magnetischen Flussdichte bis maximal 2 Tesla.

Die dadurch bedingte elektrische Induktion erzeugt im darüber liegenden Gewebe elektrische Potentialverschiebungen, die so stark sind, dass sie zu einer Depolarisation peripherer Nerven führen.

Die daraus resultierenden Aktionspotentiale der depolarisierten Nerven führen letztlich zur Kontraktion der damit zusammenhängenden Muskulatur. Ein einzelner Puls erzeugt eine einzelne Kontraktion, bzw. ein kurzes Muskelzucken. Repetitives Senden von Pulsen führt zu repetitivem Muskelzucken. Ab einer spezifischen Frequenz, der sog. Fusionsfrequenz, können die einzelnen Kontraktionen nicht mehr voneinander unterschieden werden, der Muskel geht in den Tetanus über. Je nach Muskeltypus tritt dieser Zustand zwischen 15 und 25 Hz ein.

Eine weitere Erhöhung über die Fusionsfrequenz hinaus, führt zu einer Steigerung der Kontraktionskraft und Kontraktionsschnelligkeit, jedoch auch zu rascherer Muskelermüdung und einem verändertem Trainingsreiz. Die Stimulationstechnik bietet ein Pulsfolgen-Frequenzspektrum von 5 bis 50 Hz an.

Da das PELVICENTER nicht einzelne Muskeln selektiv trainiert, sondern das ganze muskuläre System des Beckens und im Hüft-, Gesäß- und Oberschenkelbereich beeinflusst, werden alle wichtigen Muskeln gemeinsam gekräftigt, besonders wirksam jene, die durch vernachlässigte Aktivierung am meisten geschwächt sind. Dies verbessert ganz wesentlich die Voraussetzungen für gezieltes Wiedererlernen der Muskelkoordination.

Als Folge der Depolarisation der motorischen Nerven entsteht durch die extrakorporale Magnetstimulation aber auch einen intrakorporal erzeugten propriozeptiven Rückstrom an Daten an das Gehirn. Es konnte gezeigt werden, dass ein durch externe Stimulation erzeugter interner Rückstrom an sensorischen Informationen in der Lage ist, die kortikale Repräsentation nachhaltig zu verändern sowie die persönliche Wahrnehmung und Beeinflussbarkeit von einzelnen Muskelfunktionen, indirekt auch deren Koordination, zu verbessern.

 

UNTERSCHEIDUNG ZUR ELEKTROTHERPIE

Die Elektrotherapie ist in der Rehabilitation und Sportmedizin eine wichtige Therapieoption und gilt auch in der Inkontinenzbehandlung als effektives Verfahren. Allerdings ist ihr Einsatzgebiet weitgehend auf die Peripherie des Organismus beschränkt.

Wegen des hohen Ohm‘schen Widerstands von Haut und Knochen kommt es nämlich zu einem erheblichen Spannungsabfall, der nur durch höhere Stromstärken ausgeglichen werden kann.

Die damit verbundene, schmerzhafte Reizung sensorischer Nervenenden ist ein Hauptgrund, warum tiefer liegende Nerven und Muskeln elektrisch praktisch nicht zu stimulieren sind. Auch der Versuch, über Vaginal-Elektroden näher an die Beckenbodenmuskulatur zu gelangen, scheitert erfahrungsgemäß an der fehlenden Akzeptanz bei den Betroffenen.

Mit dem Prinzip der elektromagnetischen Induktion lässt sich dieses Problem wirkungsvoll umgehen. Magnetfelder durchdringen den Organismus ungehindert und rufen durch ein entstehendes elektrisches Feld eine Ladungsdifferenz an den Zellmembranen hervor. Dies betrifft vorzugsweise auch Nervenzellen, weil diese sehr leicht depolarisieren und die dabei entstehenden elektrischen Signale direkt an die Muskulatur weiterleiten.

Die Folge ist eine starke Muskelkontraktion in Abhängigkeit von einer gleichzeitigen Reflexhemmung der Blasennerven, die die Blasenmuskulatur zur Entspannung bringen.

 

DIE SITZUNG

Eine Therapiesitzung dauert für sämtliche Kontinenz-Programme maximal 20 Minuten. Sie kann per Pausentaste jederzeit unterbrochen werden und wird nach Belieben mit der Restlaufzeit fortgesetzt. Die Anwesenheit des Arztes während der Therapiesitzung ist nicht erforderlich, die Betreuung kann durch das Assistenzpersonal erfolgen.

Eine TPM Therapiesitzung beinhaltet etwa 100 Muskelkontraktionen. Eine einzelne TPM Kontraktion ist zehnfach stärker als ein aktives Beckenbodentraining.

 

DIE THERAPIEHÄUFIGKEIT

Zwei Stimulationssitzungen pro Woche sind ausreichend.

 

EIN SYSTEM NUT MULTIFUNKTIONSNUTZUNG

Obwohl mit der Transpelvinen Magnetstimulation TPM vorrangig die Harninkontinenz im Behandlungsfokus steht, verstärken einander ergänzende Zusatzverfahren, wie die Licht-, Sauerstoff- und Regenerationstherapie einen umfassenden Behandlungserfolg.